Kulturmanager, Literat & Satiriker


Essays

03. September 2021

Siegfried Matthus

lernte ich im Jahre 1981 in Berlin kennen, denn als Orchesterintendant und Verwaltungsdirektor der Münchner Philharmoniker war ich in die DDR gereist, nicht nur um mit dem Generaldirektor der Künstleragentur der DDR, Hermann Falk, über Konzerte der Münchner Philharmoniker unter der Leitung Sergiu Celibidaches in Berlin, der Hauptstadt der DDR, sondern auch in Dresden, Leipzig und Karl Marx-Stadt zu verhandeln – ich habe Hermann Falk, den ich auch in Tokyo, Mailand, Wien und New York treffen sollte, in bester Erinnerung – ,sondern auch, um Siegfried Matthus einen Kompositionsauftrag für die Eröffnung der Philharmonie am Gasteig anzubieten ...

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27.August 2021

Gottes-Männer

Im Exodus, dem zweiten Buch Moses, lesen wir: Ich bin der Herr dein Gott, der dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthaus geführt hat und du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Und an anderer Stelle im Exodus lesen wir: Siehe, ich sende einen Engel vor dir her und gehorche seiner Stimme. Wenn nun mein Engel vor dir hergeht, und dich bringt an die Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Kanaaniter, Heviter und Jabusiter, und ich sie vertilge, so sollst du ihre Götter nicht anbeten, noch ihnen dienen, sondern du sollst ihre Götter umreißen und zerbrechen. ...

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31. Juli 2021

Die Frauen des Grünen Hügels von Bayreuth

Richard Wagner schloss am Nachmittag des 13. Februar 1883 gegen halb vier, bedingt durch einen Herzinfarkt im Palazzo Vendramin, die Augen für immer, während vielleicht oder auch nicht, ein Gondoliere unter seinem Sterbezimmer für einen Lord aus Cornwall, einen Industriebaron von Rhein und Ruhr oder aus Schlesien, der mit seiner Frau sich auf der Hochzeitsreise befand, und eine Fahrt mit einer Gondel gebucht, una canzone napoletana sang. Doch die canzona o sole mio kann es nicht gewesen sein, denn dieses Lied von Eduardo Di Capua entstand nicht mit Blick auf Capri und Vesuv, sondern in Odessa am Schwarzen Meer, und zwar während der Tournee eines neapolitanischen Tanz– und Unterhaltungsorchesters durch Russland, in welchem Di Capua Geige und Mandoline spielte, im Jahre 1898 ...

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20. Juli 2021

Das Lächeln

von Erftstadt hat dem Mann, der die Nachfolge von Kanzlerin Merkel antreten will, Schlagzeilen beschert, die ihm möglichweise nicht die Tür zum Kanzleramt öffnen werden, und man kann sich vorstellen, wie die Mitglieder des CDU-Vorstandes auf die nächste Sonntagsfrage gebannt schauen werden, denn nach Annalena Baerbock hat jetzt Armin Laschet, der „Ritter wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsverein von 1859 die Schlagzeilen, die der Generalsekretär der CDU, Paul Ziemiak, sich vielleicht für Olaf Scholz wünschte, doch nicht für seinen Vorgesetzen, den Bundesvorsitzenden der CDU, der das Rennen gegen Friedrich Merz und Jens Spahn gewann, und man braucht nicht übermäßige Phantasie um die Gefühle derjenigen nachzuvollziehen, die am 26. September wieder auf den bequemen Stühlen unter dem Bundesadler Platz nehmen und Politik aus christlicher Verantwortung gestalten wollen ...

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Mea culpa, mea maxima culpa

07. Juni 2021

Jesus, der gute Hirte, sagte zu seinen Jüngern, folgen wir dem Bericht des Evangelisten Matthäus: Wahrlich ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf. Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde. ...

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Michail Sergejewitsch Gorbatschow

02. März 2021

hat das neunzigste Jahr seines Lebens am 2. März 2021 vollendet, und wir Deutschinnen und Deutschen haben alle Grund diesem Mann dankbar zu sein, denn nur durch ihn, wurde Deutschland wieder vereint und wurden wir wieder eine Nation. Und der Mann, der den Friedens-Nobel-Preis des Jahres 1990 wirklich verdiente, hoffte auf ein Europa mit und nicht ohne Russland, wie es auch in der Rede Wladimir Putin vom 25. September 2001 im Deutschen Bundestag zu hören war, der sagte: Die Berliner Mauer existiert nicht mehr, sie ist vernichtet. Es wäre angebracht, sich heute daran zu erinnern wie es dazu gekommen ist. Ich bin mir sicher, dass großartige Veränderungen in Europa, in der ehemaligen Sowjetunion und in der Welt ohne bestimmte Voraussetzungen nicht möglich gewesen wären. Ich denke dabei, an die Ereignisse, die in Russland vor zehn Jahren stattgefunden haben. ...

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Der FC Bayern, der Seriensieger

22. September 2020

Der Gründungstag des FC Bayern ist der 27. Februar des Jahres 1900, es war das Jahr 2753 seit der Gründung Roms, das Jahr, in welchem das Bürgerliche Gesetzbuch, BGB, in Kraft trat, Bernhard von Bülow Reichskanzler und in Breslau Kaiser Wilhelm II. von einer Frau attackiert wurde. In Deutschland lebten im Gründungsjahr des FC Bayern 56.354.014 Frauen, Männer und Kinder. Wladimir Iljitsch Lenin, der sich später Lenin nannte, verließ Russland und ging nach München in ein fünfjähriges Exil, Prinzregent Luitpold, führte die Regierungsgeschäfte anstelle des regierungsunfähigen Königs, Otto I., dem Nachfolger des 1886 entmündigten Ludwig II. und die Gründungsväter des FC Bayern München, der im Jahre 2019 mehr als 293.000 Mitglieder hat, es ist der größte Sportverein der Welt, hießen Arthur Ringler, Otto Ludwig Naegele, Albert Zoepfel, Josef Pollack, Fritz und Carl Wamsler, Georg Schmid, Paul Francke, Kuno Friedrich, Wilhelm Focke und Franz John, der im Weinhaus Gisela in Schwabing zum ersten Präsidenten in der ruhmreichen Geschichte des FC Bayern München gewählt wurde. ...

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Warum nicht eine Frau

15. September 2020

Im Jahre des Herrn 1212 gründete Dietrich der Bedrängte das Kloster Sankt Thomas zu Leipzig, und eine am 20. März 1212 von Kaiser Otto IV. auf dem Reichstag zu Frankfurt am Main besiegelte Urkunde gilt als Gründung des Chores, denn zum Stift der Dominikaner gehörte eine Klosterschule, die den geistlichen Nachwuchs heranbilden sollte, um die Leipziger und Sachsen noch inniger mit der Kirche von Rom und zu ihrem ewigen Heil zu verbinden. ...

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Wir schaffen das

30. August 2020

Die drei Merkel-Worte – wir schaffen das – werden wahrscheinlich in den Zitatenschatz der Geschichte eingehen, wie die Worte Jesu am Kreuz – mein Gott, warum hast du mich verlassen – Ich kam, ich sah, ich siegte, von Julius Caesar, Yes, we can, wie uns Barack Obama wissen ließ, und – Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche, wie Che Guevara gesagt hat. ...

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Johannes Paul II. der Heilige, wurde am 18. Mai vor hundert Jahren geboren

20. Mai 2020

 

Ich durfte die Segenshand Johannes Pauls II., des Heiligen, mehrmals ergreifen, die er mir am 16. Oktober 1993, am 16. Oktober 1998 entgegenstreckte, der 26 Jahre, 5 Monate und 17 Tage Pontifex der Kirche von Rom war, denn ich war, als Leiter der Hauptabteilung Klangkörper des MDR, verantwortlich für die beiden MDR-Papstkonzerte in der Sala Nervi, der Audienzhalle des Stato dell'Vaticano, die auf Einladung des Papstes an den MDR stattfanden. Anlass für die Konzerte waren der 15. und 20. Jahrestages seiner Wahl zum Bischof von Rom und Patriarchen des Abendlandes mit dem MDR-Chor und MDR-Sinfonieorchester unter der Leitung Daniel Nazareths und Krzystzof Pendereckis, vor jeweils mehr als 6000 geladenen Gästen. ...

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Der Orpheus Polens ist verstummt

31. März 2020

 

Ich musste an Orpheus, den Sänger und Dichter aus der griechischen Mythologie denken, als ich den Tod meines Freundes, Krzysztof Penderecki, am Sonntag, den 29. März über die Medien zur Kenntnis nehmen musste, den ich seit dem Jahre 1981 als Intendant der Münchner Philharmoniker, als Manager des NDR-Sinfonieorchester, das sich seit dem Jahre 2017 NDR-Elbphilharmonie-Orchester nennt, und als Leiter der Hauptabteilung Klangkörper des Mitteldeutschen Rundfunks, wie auch als Gründer und Manager des Musikfestivals MDR-Musiksommer, durch sein ruhmreiches Leben seit dem Jahre 1981 begleiten durfte, der mit der Uraufführung seiner Passio et mors Domini Jesu Christi secundum Lucam, am 30. März 1966 im Sankt Paulus Dom zu Münster in Westfalen, zu einem der wenigen weltberühmten Komponisten aufstieg, einer Passion, der eine ebenso große Bedeutung zukommt, wie der Matthäus-Passion Johann Sebastian Bachs. ...

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Essay auf den Tod Peter Schreiers

30. Dezember 2019

Ich begegnete Peter Schreier im Jahre 2011 zum letzten Mal beim Frühstück im Hotel Fürstenhof in Leipzig, als ich meine Freunde Erika und Otto Riel traf, sie waren als Mäzene der Felix Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung in die Bach- und Mendelssohn-Bartholdy-Stadt gekommen, und hatten, wie ich, einem Festakt der Stiftung am Abend vorher im Gewandhaus, beigewohnt, auf welcher Peter Schreier und Marcel Reich-Ranicki den ‚Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig‘ erhielten, und Kurt Masur, sichtlich von Krankheit gezeichnet, das Gewandhausorchester dirigierte, dessen Chefdirigent von 1970 bis 1996 und Ehrendirigent von 1996 bis 2015 er gewesen. ...

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Meine Erinnerungen an Mariss Jansons

10. Dezember 2019

Am 29. Oktober besuchte ich mit meiner Frau das Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in der Elbphilharmonie unter Chefdirigent Mariss Jansons und erlebte nach der Pause eine aufrüttelnde Wiedergabe der Zehnten Symphonie von Dmitri Schostakowitsch, mit der sich der Komponist im Jahre 1953, nach dem Tode Josef Stalins, aus den Jahren des Schweigen zurück meldete. ...

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